Kindererziehung: Paar hält Baby-Strampler

Ausfallzeiten durch Kindererziehung

Auch in Zeiten ohne Berufstätigkeit vorsorgen

Noch immer arbeiten viele Frauen mit Kindern in Deutschland zumindest vorübergehend nicht oder sie haben einen Mini-Job. Im Jahr 2016 übten 1,7 Millionen Frauen im erwerbsfähigen Alter als einzige Erwerbstätigkeit einen Mini-Job aus (WSI/Hans-Böckler-Stiftung).

Dieses Vorgehen wird auch durch das sogenannte Ehegattensplitting begünstigt. Dabei wird das Gesamteinkommen eines Paares steuerlich auf beide Partner verteilt. Für Paare mit nur einem Hauptverdiener bleibt damit am Ende relativ mehr an Netto.

Bei vorübergehendem Berufsausstieg weiter in die Altersvorsorge einzahlen

Nachteile

  • Für die Jahre nach Ablauf der Kindererziehungszeit, in denen du nicht arbeitest, werden keine Rentenbeiträge gezahlt – dies mindert die Höhe deiner späteren Rente.
  • In den Jahren, in denen du nicht arbeitest, machst du keine Karriereschritte. Das heißt: Du verzichtest auch auf Gehaltssteigerungen, die höhere Rentenbeiträge bedeuten würden. Das kannst du beim Wiedereinstieg in den Beruf meist nicht mehr aufholen.
  • Mini-Jobs sind keine Lösung:
    Die Rentenansprüche nach 20 Jahren Mini-Job liegen bei nur 71-90 €!

Lösungen

  • Mach dir die Folgen von Auszeiten aus dem Berufsleben für deine Altersvorsorge bewusst.
  • Gehe schon zu Beginn der Familienplanung zur Deutschen Rentenversicherung und lass dir ausrechnen, was dich ein längerer Ausstieg aus dem Beruf an Rente kostet. Benutze diese Information als Basis für ein Gespräch mit deinem Partner.
  • Nutze die Vorteile des Ehegattensplittings für dich selbst und stecke das Mehr an Netto in deine Altersvorsorge.
    Vereinbare z. B. mit deinem Partner, dass die Einsparungen aus dem Ehegattensplitting auf dein Rentenkonto fließen.

Erhöhung des Familien-Nettos durch die Kombination von Ehegatten-Splitting und Mini-Job: nur vordergründig attraktiv

Die Rechnung erscheint vordergründig attraktiv, wie diese Beispielrechnung eines Ehepaares mit zwei Kindern zeigt, bei dem der alleinverdienende Ehemann ein Jahres-Bruttogehalt von 55.000 € hat.

Monatl. Steuerersparnis durch Ehegattensplitting ca. 450 €
Beitragsfreie Mitversicherung Ehefrau + Kinder ca. 146 €
Steuerfreier Mini-Job 450 €
Monatl. Mehr an Netto ca. 1.050 €

Beispiel modifiziert nach Sick/Schmidt: Ein Mann ist keine Altersvorsorge

Durch Reduzierung der Steuer und Sozialabgaben sowie die steuerfreien Einnahmen aus dem Minijob kommt die Familie monatlich auf ca. 1.050 € mehr an Netto. Aber: Die monatlichen Rentenansprüche liegen nach 20 Jahren Mini-Job nur bei 71 – 90 €.

Bei vorübergehendem Berufsausstieg weiter in die Altersvorsorge einzahlen

Menü